Freitag, 29. März 2013
Yoga in Shanghai und Fruehling
habe gerade mal geschaut wie viele Leute eigentlich so meinen Blog lesen und ich finde das ueber 6000 klicks schon eine ganze Menge sind in 5 Jahren (durchschnittlich 1200 Leser pro Jahr oder 3,.. pro Tag).
Hier also mal wieder ein wenig aus meinem Leben in Shanghai.
Als Architekt - ne, da gibt es eigentlich nichts Neues. Naja, zumindest noch nichts neues.
Vielleicht was Altes fuer neue Leser. Seit ueber drei Jahren schon veranstalte ich ein monatliches Event namens "ARCDES". Ich lade dazu regelmaessig kreative Menschen ein sich gegenseitig auszutauschen. Und das mit wachsenem Erfolg. Hm, ich sollte mal schauen ob sich damit nicht langsam Geld verdienen laesst. Fuer alle hier noch der Link zu unserer offiziellen Website: www.arcdes-china.com
Und was hat das nun mit Yoga zu tun?
Gar nichts. Deswegen nun zum Thema.
Draussen scheint die Sonne und der Fruehling kehrt langsam aber sicher nach Shanghai zurueck.
Und seit einem halben Jahr mache ich hier regelmaessig Yoga. Jaja, nach TaiChi, Marathon, Klettern ... warum nicht mal Yoga. Ist im uebrigen gar nicht nur was fuer Frauen, auch wenn ich eigentlich fast ausschliesslich Mitstreiterinnen habe.
Mit dem Yoga habe ich so viel Spass das ich doch gleich mal eine kleine online Community fuer Yoga gegruendet habe. Wer sich also mal mit Yoga beschaeftigen moechte und dabei auch direkt den Weg nach Asien sucht ...
Schau doch einfach mal bei www.yogafriends.asia vorbei. Noch ist das Netzwerk eine Mininetwerk. Aber jeder faengt mal klein an und auch Yoga beginnt, oh Wunder, mit dem ersten Schritt.
In diesem Sinne, ein gruss an die Sonne und alle Leser und Leserinnen.
Namaste,
Asmus
Montag, 14. Januar 2013
Happy 2013
So in etwa koennte auch meine Geschichte hier in China beginnen.
Nun bin ich schon seit 2008 in Shanghai und habe viel erlebt. Habe viele beruflich auf und ab gesehen. Das Leben in China kann aufregend sein - aber auch nervig.
Am nervigsten ist es aber in einem China zu leben welches nur auf Profit ausgelegt ist. Ich lese immer wieder in deutschen Nachrichten ueber die Internet zensur in China, auch auf deutschen Nachrichten Sendern wie Tagesschau welche ja eine Reporterin vor Ort haben. Das diese ganze Zensur allerdings nichts mit der Politik zu tun hat sondern ausschliesslich kommerziell bedingt ist schreibt niemand. Ich moechte es nun heute einmal tun.
Bis zum heutigen Tag habe ich mich strickt geweigert mit einem Proxy oder VPN zu arbeiten denn fuer einen Blog wie diesen gibt es auch andere Weg um ihn zu nutzen. Aber ... bei meiner Arbeit bin ich nun auch mal auf die Internetsuche angewiesen ... seit kurzem ist Google aber so langsam geworden das es einfach keinen Spass macht (andere Suchmaschinen sind auch nicht besser)
Wie komme ich nun aber darauf das die Zensur hier einen kommerziellen Hintergrund hat?
Die chinesische Firewall kann so ziemlich alles blockieren und da will mir jemand weismachen das ausgerechnet die Worter Proxy und VPN nicht gesperrt sind? Also genau die beiden Tools welche die boesen westlichen Kraefte in China nutzne koennten um das System umzustuerzen?
Fuer einen guten VPN service zahlt man ca 10 euro pro monat, das ist eine Menge Geld in China. Aber so einen VPN kann man ohne jegliche Zensur auf seinen PC laden und nutzen. Ich tue dies gerade in diesem Moment. Denn Geld hin oder Zensur her - ich habe einfach die Nase voll dummen Geschichten auf tagesschau.de und aehnlichen wo ueber angebliche Zensur in China geschrieben wird.Reporter die sich von der Zensur beeintraechtigt sehen sollten ihre Hausaufgaben machen und endlich auf den neusten Stand der Technik kommen.
Ja, es wird zensiert - aber auch ja - Chinesen sind nicht dumm und kennen auch Proxy und VPN, und sie nutzen es auch fleissig.
In diesem Sinne. Allen ein freies und unhabhaengiges Jahr 2013 - ohne Zensur und Grenzen. Wenn auch nur mit technischen Hilfsmitteln ;-)
Euer Asmus
Donnerstag, 29. März 2012
Mario Botta
Eigentlich wollte ich gegen Mittag mein neues Visa abholen damit ich
auch 2012 aus China aus- und einreisen kann wie ich moechte.
Aber kurz vor Mittag kam mein Teamchef zu mir und gab mir ein Ticket
fuer die Tongji Universitaet. Er hatte leider keine Zeit und ich koennte
mit einigen anderen Teamchefs dort heute Nachmittag hin. Niemand konnte
mir genau sagen was genau dort statt finden sollte. Es stand nur der
Name Mario Botta ganz gross auf dem Ticket. Ob es aber eine Ausstellung
ist, ein Vortrag ueber ihn, oder aber Herr Botta selbst da sein wuerde
... ich wuesste es nicht.
Anmerkung: Mario Botta, Jahrgang 1943, aus der italienischen Schweiz,
Architekt.
Kurz vor 2:00 Uhr waren meine Kollegen und ich an der Uni im Audimax.
Und tatsaechlich, heute war Mario Botta selber in SH und hat einen
Vortrag ueber seine Architektur und seine Ideen gehalten.
Nun kann man Botta moegen oder auch nicht. Bekanntlich laesst sich ueber
nichts so gut streiten wie ueber Geschmack. Ich persoenlich finde seine
Architektur interessant und manche Gebaeude einfach grossartig.
Was mich aber heute am meisten ueberraschte war die Sprache.
Also die Sprache um mich herum. Denn - Herr Botta spricht italienisch
(ich nicht) und uebersetzt wurde natuerlich in chinesisch (welches ich
fast so schlecht verstehe wie italienisch). Und dennoch - ich konnte
fast alles von Herrn Botta verstehen. Die europaeischen Sprachen sind
halt doch sehr aenlich. Und viele Fachbegriffe in der Architektursprache
stammen aus dem Lateinischen. Herrlich. Und es hat spass gemacht in
einem Hoersaal zu sitzen wo nicht ein Wort deutsch oder englisch
gesprochen wurde und dennoch konnte ich immer eine Minute vor allen
anderen die Worte des Redners erfassen. Ein schoener Tag.
Und mein neues Visa hole ich morgen ab.
Lieben Gruss aus Shanghai,
euer Asmus
Montag, 26. Dezember 2011
Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr
ich wuensche euch allen ein gesegnete Weihnachtsfest und einen guten
Rutsch ins neue Jahr.
Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in einem Weihnachtsgottestdienst in
Shanghai.
Da die deutschsprachige Gemeinschaft hier so gross ist haben wir auch
einen deutschsprachigen Gottesdienst.
Und dort bin ich nun am 24. Dezember um 15:00 Uhre Ortszeit gewesen.
Das erste was mir aufgefallen war ... das ich nicht eine Person kannte.
Und das obwohl die nicht gerade kleine Kirche bis zum Rand gefuellt war.
Ich sollte in Zukunft mehr deutschsprachige Menschen treffen.
Das zweite was dann auffaellt ist das Durchschnittsalter und der
anzusehende Reichtum der Kirchengaenger. Hier gehen halt grossenteils
besserverdienende Menschen zum Gottestdienst. Expats. Das hat sich dann
auch bei dem Gesang bemerkbar gemacht. Wenn in Deutschland die aelteren
Menschen durch Textsicherheit den Gesang tragen, dann ist in SH
spaetestens in der zweiten Strophe die Lautstaerke des Liedes stark nach
unten gegangen.
Auch wurde am Anfang des Gottestdienstes darauf verwiesen das man sein
Handy doch bitte ausschalten moege, so lange man nicht gerade einen
Millionenauftrag erwartet. So was habe ich in Deutschland auch noch
nicht in einer Kirche gehoert.
Alles in allem war es aber doch ein sehr schoener Gottestdienst und es
hat mir und meiner Seele sehr gut getan die eigene Kultur zu leben und
erleben. Denn ob die Politiker und irgendwelche anderen Leute nun wollen
oder nicht - das Christentum ist in Europa ein sehr wichtiger
Kulturtraeger. Das merkt man besonders wenn man im nichtchristlichen
Ausland lebt.
Es war bestimmt nicht mein letzter Gottesdienstbesuch in Shanghai.
Sonntag, 11. September 2011
Heute vor 10 Jahren
Es stimmt, die Welt war auf einmal nicht mehr wie sie zuvor noch war. Viel hat sich geändert. Ich denke viel zum Schlechten. Aber es soll hier und heute nicht um Politik gehen ...
Am 11. September 2001 saß ich gerade an meinem Arbeitsplatz (Studierendenstudio) an der FH. Ich weiß nicht mehr woran ich gearbeitet hatte, aber es war ein ruhiger Tag. Es waren nicht viele Leute da. Ich habe über meinen PC Internetradio gehört als die ersten Meldungen reinkamen.
Es war gespennstisch, da man am Anfang ja noch gar nicht genau wußte was passiert war. Ich war auf dem Weg Architekt zu werden, und da wird dann sozusagen Live vor meinen Ohren ein Wahrzeichen meiner Berufsgruppe zerstört. Und erst langsam nahm ich war was es wirklich bedeutet hat. Die Menschen welche sich in den Gebäuden befunden haben ... die Menschen die sich um die Gebäude befunden haben. Und die vielen Verwandten und Freunde ....
Da ich aber am Anfang ja nur Radio gehört hatte waren all diese Bilder noch fern.
Ich bin dann in unseren Studio herum gelaufen und habe meine Kommelitonen angesprochen ob sie schon von den Neuigkeiten gehört hätten. Die meisten hatten es nicht da sie gerade nicht Radio gehört hatten.
Was ich aber noch genau weiß das es an einem Dienstag war.
Wir sind also am Abend in die 'Kapelle' (einen Unterrichtsraum der Uni) gefahren um zu schauen wer noch so kommt. Und es waren tatsächlich Studenten dabei die den ganzen Nachmittag nichts von dem Unglück gehört hatten. Uns allen war der Schock denke ich stark anzumerken. Wir waren eine kleine Gruppe an diesem Dienstag Abend. Dennoch und gerade deshalb haben wir uns entschieden den Unterricht durchzuführen. So musste an diesem Abend niemand alleine den Abend mit seinen Gadanken verbringen. Ich denke es war die ruhigste Unterrichtseinheit die ich jemals hatte.
Die Tage dannach waren vom Gedankenaustausch geprägt. Ich weiß nicht was ich die Tage danach gemacht habe. Nur eine kleine Erinnerung habe ich noch. Eine Studentin aus meiner Taiji Gruppe war zum Zeitpunkt der Anschläge in Kanada und hat uns ein/ zwei Tage später per Mailverteiler ihre Eindrücke aus Kanada geschickt. Spätestens von da an war für mich ganz persöhnlich klar das dieses Ereigniss nicht nur die USA und meinen kleinen Kosmos in Trier verändert hatte, sondern die ganze Welt. Die Welt war nicht mehr das was sie vorher war.
Dienstag, 9. August 2011
Die musikalische Liebe
Leider gibt es da Magazin nicht auf englisch und nicht in China. Ich habe da natürlich schon nachgefragt.
Aber gerade habe ich etwas anderes hier gefunden. Ein Radiosender der nur Liebeslieder spielt. Ist das nicht was für die Seele.
Hier der Link: http://tunein.com/radio/Shanghai-China-r100610/?qlc=1 und dann einfach bei Love Radio auf Hören klicken. Sind aber alles chinesische Songs ;-)
Die Website enthält im übrigen auch viele andere Radiosender rund um die Welt.
In diesem Sinne ... allen nachträglich einen schönen chinesischen Valentinstag (war am vergangenen Samstag)
euer Asmus
Samstag, 16. April 2011
Bob Dylan and the Driving License
Da geht jemand ins Aulsand und Freunde und Bekannte sind erstaunt das man dort wo man hingeht auch leben kann.
Und am Ende stellt sich heraus das man es sogar richtig gut kann. - Nur ein Gedanke.
Klar, in Deutschland habe ich schon seit vielen vielen Jahren einen Führerschein. Aber nun mache ich ihn in China noch einmal.
Um erlich zu sein ... in der ersten Prüfung bin ich knapp durchgefallen. Nun darf ich am 27. April zum zweiten Versuch.
Was muss man machen? Zum Glück keine Fahrprobe, sondern 'nur' eine theoretische Prüfung. 100 Fragen aus 1500 möglichen Fragen.
Hört sich erstmal machbar an. Wenn es nicht zwei kleine Probleme für mich gäbe. Zum einen ist die Prüfung auf englisch, zum Zweiten sind die Fragen nicht gut übersetzt worden. So muss ich also in teilweise falschen oder missverständlichem Englisch eine Prüfung in 45 Minuten ablegen. Beim letzten Mal 80 von 100 Fragen richtig beantwortet, das waren 10 zu wenig ;-)
Man kann die Prüfung im übrigen auch auf Deutsch ablegen. Allerdings wurde mir von der zuständigen Behörde davon abgeraten, da die Übersetzung ins Deutsche wohl absolut unverständliche währe. Wohl bemerkt, die Behörde selbst hat davon abgeraten.
Und am 8. April war ich bei Bob Dylan Live in Concert. Hier in Shanghai. Es war ein tolles Konzert. Als ich hörte das er eine Genehmigung für Peking bekommen hatte war es nur eine Frage der Zeit das die Genehmigung für SH kam. Und so habe ich dann auch sofort zugeschlagen als die Tickets verkauft wurden. Schon ein toller Musiker, auch live.
Allerdings werde ich mich nur ungern daran gewöhnen ein Konzert im Sitzen zu hören. Da rockt die Bühne und die Menschen sitzen als ob sie zuhause vor der Stereoanlage sitzen. Ne', da lobe ich mir doch die Deustche Konzert Kultur mit Konzerten im Stehen und ohne Stühle. Wenn ich mir vorstelle die Rollig Stones damals in Wolfsburg im sitzen zu sehen ... Wäre einfach nicht das gleiche gewesen.
Gut das nun die OpenAir Zeit beginnt und wir in SH auch mehr und mehr Open Air Konzerte bekommen.
Was ist sonst noch passiert?
Meine kleine Cousine ist nicht mehr ganz so klein und lernt ganz nebenbei Chinesisch. Und derzeit ist sie für drei Monate im Reich der Mitte. Natürlich haben wir uns auch schon getroffen. Schön das ich nicht das einzige Familienmitglied mit Hang zu China bin.
Auf Grund der Reaktor Katastrophe in Japan war hier in China für einige Tage kein Salz mehr zu kaufen. Es gab wohl im chinesischen Internet eine Meldung das man sich mit Jod-Salz vor Radioaktivität schützen kann. Na, wie dem auch sei. Ich habe davon erst erfahren als alle Regale leer waren und mich eine chinesische Freundin darauf aufmerksam gemacht hat. Gut das ich gerade kein Salz brauchte.
Im übrigen wird man hier genauso schlecht informiert wie in deutschen Nachrichten. Am ende verlasse ich mich dann lieber aus dem Mix von internationaler Presse und meinen eigenen guten Verbindungen in ganz Ost-Asien.
Ich hoffe nur das die Ostermärsche dieses Jahr von den Menschen in Deutschland dazu genutzt werden um ihren Unmut gegenüber der Atomkraft auszudrücken. Wenn es diesen Unmut überhaupt gibt. Großes Fragezeichen!
Ich habe mal wieder meinen Arbeitgeber gewechselt. Leider ist nicht überall wo 'made in Germany' drauf steht auch das Versprochende drin. Gilt leider auch für Deutsche Architekturbüros. Wie schon so oft zuvor konnte ich mal wieder feststellen wie leichtgläubig deutsche Unternehmer mit Ihrem Knowhow und Markennahmen umgehen.
Nun bin ich in ein chinesisches Office gewechselt. Das ist Chinesisch und will das auch nicht verbergen. Wozu auch? Mit ca. 400 Mitarbeitern gehört es zu den Top 5 in Shanghai und baut so ziemlich alles was Commercial in SH ist. Ich bekomme meine eigenen Projekte und bin in einem Team aus Chinesen und verschiedenen Europäern. Ich bin nun eine gute Woche dort und fühle mich richtig wohl.
Also bis zum nächsten Mal,
